Archäologie im Land Brandenburg

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Landesforschung und eine Vorstellung der überaus interessanten prä-/historischen Hinterlassenschaften im Land Brandenburg zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und verwandten Fachgebieten Neues von ihren Forschungsprojekten berichten.

Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei


Leben und Tod in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Mi, 7. Juni 2017 – 18.30 Uhr
Dr. Bettina Jungklaus

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) war eine der dunkelsten Zeiten in der deutschen Geschichte. Soldatenheere zogen durch die Mark Brandenburg, Seuchen und Hunger rafften die Bewohner dahin. Vielfach wurden keine regulären Begräbnisse mehr angelegt, davon zeugen zahlreiche Sonderbestattungen und Massengräber. Die Ergebnisse anthropologischer Untersuchungen ermöglichen vertiefte Einblicke in das Leben und Leiden der Menschen, dabei der Soldaten wie auch der Zivilisten. Die Anthropologin Dr. Bettina Jungklaus (Berlin) beschäftigt sich seit Jahren mit dieser schwierigen Zeit und stellt im Vortrag ihre Forschungen zu den Lebensbedingungen im 17. Jahrhundert vor.


Bierbrauen in Brandenburg

Mi, 6. September 2017 – 18.30 Uhr
Dr. Joachim Müller, Brandenburg

Die Doppelstadt Brandenburg besaß im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein hoch entwickeltes Brauwesen, das einen wichtigen Teil des städtischen Erwerbslebens darstellte. Bierbrauen wurde im Nebenerwerb von einer großen Zahl brauberechtigter Bürger ausgeübt. Die am Grundstück haftenden Braugerechtigkeiten werden 1334 erstmals erwähnt, bestanden zu diesem Zeitpunkt aber bereits seit längerer Zeit. Bei archäologischen Grabungen lassen sich in Brandenburg erstaunlich wenige eindeutige Belege für das mittelalterliche Brauhandwerk finden. Die zum Bierbrauen notwendigen Einrichtungen wie Diele/Brauhaus, Keller, Brunnen oder großflächige Feuerungseinrichtungen konnten auch für andere Handwerke und Zwecke der Haushaltsführung genutzt werden. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte des Brauereiwesens in Brandenburg an der Havel und gibt zahlreiche Beispiele für Braugrundstücke und ihre Einrichtungen wie Keller oder erhaltene Brauhäuser des 17. und 18. Jhs.


Textil- und Flechtpflanzen im Wandel der Zeit

Mi, 1. November 2017 – 18.30 Uhr
Dr. Sabine Karg, FU Berlin, Institut für Prähistorische Archäologie

Pflanzliche Rohstoffe spielten seit ewigen Zeiten eine wichtige Rolle für den Menschen. Zum einen als tägliches Nahrungsmittel und für die Herstellung von Medizin. Aber auch als Baumaterial, Energieträger und Schmuck, als Färbemittel und für die Herstellung von allerlei Transportmittel, Tragegestellen, Fischernetzen und Kleidungsstücken. In meinem Vortrag möchte ich die Methoden erklären, die in der Archäologie angewendet werden, um die jeweiligen Naturmaterialien zu bestimmen. Neben der Präsentation von zahlreichen wichtigen europäischen Funden aus der Steinzeit und der Bronzezeit werden auch die Aufbereitungsmethoden zur Fasergewinnung und die hierfür benötigten Gerätschaften besprochen. Aus welchem Material ist das mittelsteinzeitliche Tragenetz aus der Fundstelle Friesack in Brandenburg hergestellt und mit welcher Technik? Welche Kleidung trug die berühmte Gletschermumie „Ötzi“? Seit wann wird die Kulturpflanze Lein in Deutschland angebaut und ab welcher Zeitepoche wurden aus dieser blaublühenden Wunderblume Textilien hergestellt? Woher stammt der Hanf, aus dessen Fasern heute noch reißfeste Seile produziert werden, ursprünglich her? Und wann eroberte die Baumwolle unseren Markt? Der Vortrag wird mit vielen Lichtbildern reich illustriert werden.


Nachbau eines Einbaums aus der Slawenzeit (Ziesar)

Mi, 6. Dezember 2017 – 18.30 Uhr
Christof Krauskopf, Wünsdorf