Archäologie im Land Brandenburg

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Landesforschung und eine Vorstellung der überaus interessanten prä-/historischen Hinterlassenschaften im Land Brandenburg zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und verwandten Fachgebieten Neues von ihren Forschungsprojekten berichten.

Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei


Textil- und Flechtpflanzen im Wandel der Zeit

Mi, 1. November 2017 – 18.30 Uhr
Dr. Sabine Karg, FU Berlin, Institut für Prähistorische Archäologie

Pflanzliche Rohstoffe spielten seit ewigen Zeiten eine wichtige Rolle für den Menschen. Zum einen als tägliches Nahrungsmittel und für die Herstellung von Medizin. Aber auch als Baumaterial, Energieträger und Schmuck, als Färbemittel und für die Herstellung von allerlei Transportmittel, Tragegestellen, Fischernetzen und Kleidungsstücken. In meinem Vortrag möchte ich die Methoden erklären, die in der Archäologie angewendet werden, um die jeweiligen Naturmaterialien zu bestimmen. Neben der Präsentation von zahlreichen wichtigen europäischen Funden aus der Steinzeit und der Bronzezeit werden auch die Aufbereitungsmethoden zur Fasergewinnung und die hierfür benötigten Gerätschaften besprochen. Aus welchem Material ist das mittelsteinzeitliche Tragenetz aus der Fundstelle Friesack in Brandenburg hergestellt und mit welcher Technik? Welche Kleidung trug die berühmte Gletschermumie „Ötzi“? Seit wann wird die Kulturpflanze Lein in Deutschland angebaut und ab welcher Zeitepoche wurden aus dieser blaublühenden Wunderblume Textilien hergestellt? Woher stammt der Hanf, aus dessen Fasern heute noch reißfeste Seile produziert werden, ursprünglich her? Und wann eroberte die Baumwolle unseren Markt? Der Vortrag wird mit vielen Lichtbildern reich illustriert werden.


EinBaum im Buch

Mi, 6. Dezember 2017 – 18.30 Uhr
Dr. Christof Krauskopf, Archäologe, BLDAM Wünsdorf
unter der Mitwirkung von Dr. Hans Joachim Behnke, Lukas Goldmann, Thorsten Helmerking, Karl Isekeit, Prof. Dr. Elke Kaiser, Sebastian Nößler, Anne Katrin Piele

Der Nachbau des slawenzeitlichen Einbaums aus Ziesar im Archäologischen Landesmuseum hat im Jahr 2016 Aufmerksamkeit erregt. Unter Leitung von Dr. Hans Joachim Behnke vom Archäotechnischen Zentrum Welzow und dem Archäotechniker Thorsten Helmerking verwandelten Studierende der FU Berlin und freiwillige Helfer eine 10 Tonnen schweren Eiche in ein recht schnittiges Boot. Das Anpaddeln durch Birgit Fischer, Janine Schuster und Dr. Johanna Brabandt-Behnke zog bei der Archäotechnica 2016 viele Schaulustige und die Medien an. Nun wird das Projekt in einem reich bebilderten Buch nachzulesen sein, das die Autorinnen und Autoren im Archäologischen Landesmuseum vorstellen.