Archäologie im Land Brandenburg

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Landesforschung und eine Vorstellung der überaus interessanten prä-/historischen Hinterlassenschaften im Land Brandenburg zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und verwandten Fachgebieten Neues von ihren Forschungsprojekten berichten.
Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat (bitte beachten Sie, dass es im Januar und April keine Vorträge gibt)
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei
Änderungen im Programm vorbehalten.


Schmölln 46: Ein mehrphasiger Kult- und Bestattungsplatz in der Uckermark

Mi, 1. Juni 2016 – 18.30 Uhr | Rainer Bartels (BLDAM)

Archäologische Untersuchungen am Standort eines geplanten Regenrückhaltebeckens am Rand der Randowniederung an der Bundesautobahn A11 bei Schmölln brachten im Jahr 2014 völlig unerwartet ein Gräberfeld mit großflächigen Steinsetzungen zum Vorschein, das vollständig von einem Kolluvium überdeckt war. Neben Urnengräbern der frühen, vorrömischen Eisenzeit unter kreisrunden, z. T. speichenförmigen Steinpflastern wurden bis zu 105 m lange, geradlinige und schiffsförmige, für Brandenburg einzigartige Steinpflaster aufgedeckt. Die ältesten Bestattungen waren mittelneolithische Körpergräber der Trichterbecherkultur, darunter ein Großsteingrab mit einer spätneolithischen Nachbestattung. Die Knochen zahlreicher, vermutlich aus dem Großsteingrab umgebetteter Individuen waren daneben beigesetzt worden. Weitere spätneolithische Bestattungen fanden sich am Rand der Untersuchungsfläche in der Niederung. Die Bestattungen umfassen somit einen Zeitraum von etwa 3000 Jahren, wobei die Gesamtausdehnung des Fundplatzes noch unbekannt ist.


Reformation vor Ort

Tagung des Brandenburgischen Hauptarchivs

Do, 9. Juni – Sa, 11. Juni 2016


„Der Temnitz“ in Brandenburg an der Havel. Archäologie einer Straße hinter der Stadtmauer der Neustadt

Mi, 6. Juli 2016 – 18.30 Uhr | Wolfgang Niemeyer (Brandenburg an der Havel)

Im Rahmen einer Begleitung der Bauarbeiten für die Sanierung und die Versorgung der Straße von September 2014 bis November 2015 konnte der Untergrund engmaschig untersucht und dokumentiert werden. Die Straße begleitet die Rundung der Stadtmauer an der Südseite der mittelalterlichen Neustadt und verband das einstige Potsdamer Tor mit dem Dominikanerkloster St. Pauli. Der Untergang der nördlichen Gebäudezeile der Straße am Ende des zweiten Weltkriegs und die Erweiterung der Straße ermöglichte eine Untersuchung der Besiedlungsentwicklung der Neuzeit, aber auch Einblicke in die ältere Stadtstruktur an diesem Platz. Auch Untersuchungen einiger mauerseitiger Parzellen können erklärend hinzugezogen werden. Überraschungen boten zudem einige besondere Einzelfunde im Straßenraum.       


Krieg zerstört Weltkulturerbe in Syrien

Mi, 3. August 2016 – 18.30 Uhr | Prof. Dr. Mamoun Fansa (Museumsdirektor a. D. Berlin)

Jedes Volk hat seine menschlichen und kulturellen Wurzeln, die diese Menschen mit ihrem Land, ihren Vorfahren und ihren Geschichten fest verbinden. Ihren sichtbaren Ausdruck finden diese in den kulturellen Hinterlassenschaften, wie sie sich in archäologischen und historischen Stätten dicht geballt finden. Diese identitätsstiftenden Orte sind in Syrien sehr zahlreich und weit über die Grenzen des Landes von großer Bedeutung. Die Zerstörung der materiellen Kultur, z. B. der Stadt Aleppo in Syrien, führt zur Vernichtung der kulturellen Identität des Volkes und des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit.
Aufgrund der Aktualität der Ereignisse berichtet der ehemalige Direktor des Landesmuseums für Natur und Mensch (Oldenburg) Prof. Dr. Mamoun Fansa über die Zerstörung von Kulturgut in seiner ersten Heimat Syrien.


Mittelalterliche und neuzeitliche Keller in der Stadt Brandenburg an der Havel

Mi, 7. September 2016 – 18.30 Uhr | Dr. Joachim Müller (Stadtarchäologie Brandenburg a. d. Havel)

Keller gehören zur selbstverständlichen Ausstattung von Klöstern, Markthallen, Rathäusern, vor allem natürlich der bürgerlichen Grundstücke. Sie dienten der Haushaltsführung, zum Lagern und Ausschank von Bier oder als Ladenlokale.
Aus Brandenburg an der Havel sind aus archäologischen Grabungen inzwischen mehrere Dutzende von Kelleranlagen bekannt,  die im Mittelalter meist als holzversteifte Erdkeller, seit dem 15. Jh. vermehrt auch als Steinkeller ausgeführt wurden. In den beiden Stadtkernen haben sich zudem mehr als 200 begehbare vormoderne Kelleranlagen erhalten, die oft deutlich älter sind als die überstehende Bebauung. In einem Werkstattbericht sollen die außerordentliche Vielfalt von Formen und Funktionen, die oft komplizierte Baugeschichte und die schwierige Datierung dieser besonderen Denkmalgattung anhand ausgewählter Beispiele dargestellt werden.


„Ein gestanden swert ist goldes wert“-Mittelalterliche Schwerter aus den Beständen des Archäologischen Landesmuseums

Mi, 5. Oktober 2016 – 18.30 Uhr | Dr. Christof Krauskopf (BLDAM)

Der Titel des Vortrags illustriert anhand eines Zitats aus einer Schrift des 14. Jh. (Meister Altswert: Das alte Swert) den hohen Wert, den Schwertern im Mittelalter beigemessen wurde.
Mittelalterliche Schwerter sind in ehemaligen Zeughaus- und Sammlungsbeständen zahlreich erhalten. Aber auch in archäologischen Zusammenhängen kommen immer wieder Blankwaffen zutage, etwa bei Baggerarbeiten in Gewässern, aber auch bei regulären Ausgrabungen an Land. Das Archäologische Landesmuseum Brandenburg verfügt über rund ein Dutzend mittelalterlicher Schwerter und Schwertbruchstücke, von denen die meisten der Öffentlichkeit bisher unbekannt sind. Im Vortrag soll eine Auswahl dieser Waffen vorgestellt und in ihren zeitlichen und kulturellen Kontext eingeordnet werden.


Landwirtschaft und Siedlungsdynamik im Mittelalter im Land Brandenburg aus botanischer Sicht

Mi, 2. November 2016 – 18.30 Uhr | Dr. Susanne Jahns (BLDAM)

Zahlreiche botanische Untersuchungen zeigen Landwirtschaft und Siedlungstätigkeit der mittelalterlichen Bevölkerung in verschiedenen Landschaften Brandenburgs. Während der Völkerwanderungszeit (375-600 n. Chr.) hatte sich der Wald den größten Teil der früheren Wirtschaftsflächen zurückerobert. Dies endete mit der slawischen Besiedlung im frühen Mittelalter. Die neuen Siedler betrieben eine vielfältige Landwirtschaft. Im hohen Mittelalter wurde die ehemalige Waldlandschaft endgültig zu Kulturland umgestaltet, ein Prozess, der aber nicht überall in Brandenburg gleichartig verlief.


Alltag im Mittelalter – Neue anthropologische Einblicke in das Leben in Stadt und Land

Mi, 7. Dezember 2016 – 18.30 Uhr | Dr. Bettina Jungklaus, (Anthropologie-Büro, Berlin)

Anthropologische Untersuchungen, die an archäologisch geborgenen Skeletten durchgeführt werden, ermöglichen sehr genaue Einblicke in die mittelalterliche Lebenswelt. An welchen Krankheiten litten die Bewohner in Stadt und Land? Wie alt wurden sie tatsächlich und wie hoch war die Kindersterblichkeit? Neue Ergebnisse zeigen, dass die Kinder häufig von Mangelernährung betroffen waren und die Menschen in der Stadt eher an Infektionserkrankungen starben. Doch insgesamt waren die Lebensbedingungen im vermeintlich finsteren Mittelalter besser als in späteren Zeiten.

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