Archäologie im Land Brandenburg

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Landesforschung und eine Vorstellung der überaus interessanten prä-/historischen Hinterlassenschaften im Land Brandenburg zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und verwandten Fachgebieten Neues von ihren Forschungsprojekten berichten.
Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat (bitte beachten Sie, dass es im Januar keinen Vortrag gibt)
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei
Änderungen im Programm vorbehalten.


Begleitprogramm zur Sonderausstellung Gebrannte Erde

Vortrag – Mi, 1. März 2017, 18.30 Uhr

„Zwischen Kathedralgotik, den Parlern und dem Ordensland - innovative Bautechniken und Zierformen im Backsteinbau der Mark Brandenburg“
Dirk Schumann, Kunsthistoriker und Bauarchäologe, Berlin

Vorträge Eintritt frei
Im Anschluss an den Vortrag erfolgt eine kurze Besichtigung der Sonderausstellung.


Vortragsreihe Archäologie im Land Brandenburg

 

Mi, 1. März 2017 – 18.30 Uhr

Zwischen Kathedralgotik, den Parlern und dem Ordensland – innovative Bautechniken und Zierformen im Backsteinbau der Mark Brandenburg
Dirk Schumann, Kunsthistoriker und Bauarchäologe, Berlin

Die märkische Backsteintechnik und der dazugehörige dekor erreichten beim Bau der Klöster Lehnin und Chorin erste Höhepunkte. Nach dem Aussterben der askanischen Markgrafen 1320 wanderten die hiesigen Bauleute auch nach Nordosten und fanden in dortigen Deutschen Ordens neue Auftraggeber. Der Backsteinbau erfährt dort technologische und gestalterische Weiterentwicklungen.
Von dort kommen schließlich die Anregungen die nach der Mitte des 14. Jh im Stettiner Raum von einigen Bauleuten um Hinrich Brunsberg Baumeister aufgegriffen wurden. Diese vermögen schließlich an verschiedenen Orten und gleichzeitig Backsteinbauten von hoher Qualität, reichem Zierrat und in kurzer Bauzeit zum Abschluss bringen und bedienen sich dabei neben dem hohen tehnischen Stand der Backsteintechnik im Ordensland auch den gestalterischen Anregungen der Architektur der Parler. Der Vortrag versucht Bezügen zwischen ehemaligen askanischen Bauleuten, der Backsteinarchitektur im Ordensstaat, den Baumeistern um Hinrich Brunsberg und möglichen Nachfolgern in der Mark Brandenburg nachzuspüren.


Vortragsreihe Archäologie im Land Brandenburg

5. April 2017, 18:30 Uhr

Flüchtlinge im Gefangenenlager? Die Moscheegrabung von Wünsdorf
Dr. Thomas Kersting

Das Land Brandenburg plante die Einrichtung eines Erstaufnahmelagers für Asylsuchende auf einer Landesliegenschaft, die sich schon über 100 Jahre in öffentlicher Hand befindet.
Unabhängig davon plante das BLDAM mit der FU Berlin eine Lehr- und Forschungsgrabung auf dem Areal der Moschee im Kriegsgefangenenlager des 1. Weltkriegs am Militärstandort Zossen, zum 100jährigen Baubeginn am 13. Juli 2015. Groß war das Erstaunen, als sich bei der Grabungsvorbereitung herausstellte, dass es sich um dieselbe Fläche handelt. Insofern war nun wegen der umfangreichen Bauplanungen im Bodendenkmal „Kriegsgefangenenlager und Moschee der Neuzeit“ zusätzlich eine baubegleitende Dokumentation durch eine Fachfirma fällig. Durch die intensive Kooperation von Uni, Firma und Fachamt konnten die schütteren Reste der Leichtbau-Holzkonstruktion der Moschee, deren Standort durch zwei Abbruch- und Neubauphasen in NS- und Sowjetzeit in Mitleidenschaft gezogen worden war, identifiziert und lokalisiert werden. 
Von hier sollte der Dschihad im Namen des Kaiserreiches beginnen (eine mehrsprachige Lagerzeitung dieses Namens kursierte im Lager): hierfür hatte man eigens die gefangenen Truppen islamischen Glaubens der gegnerischen Kolonialreiche (Frankreich, England, Russland) konzentriert, um sie gegen ihre „Herren“ und für Deutschland zu instrumentalisieren, und ihnen aus Propaganda-Gründen eine Moschee hingestellt.
Dass nun – in der vierten Phase seiner Geschichte – am selben Ort diejenigen, die vor der heutigen Ausprägung des Dschihad fliehen, vorübergehend angesiedelt werden, birgt einen welthistorischen Zirkelschluss, dessen Bedeutung noch nicht abzusehen ist.


Archäologie im Land Brandenburg

Mi, 3. Mai 2017 – 18.30 Uhr

Tod im Zweikampf – Deutung eines Grabbefundes an der Petrikirche in Berlin

Dr. Uwe Michas


In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Ausgrabungen das Wissen über die Frühgeschichte der Doppelstadt Berlin-Cölln erheblich erweitert. Dabei kommt der Ausgrabung in den Jahren 2007-2009 an der ehemaligen Petrikirche, dem Zentrum der mittelalterlichen Stadt Cölln, eine besondere Bedeutung zu. Seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert bis in das Jahr 1717 wurden im Umfeld dieser Kirche die Verstorbenen der Stadt beigesetzt. Neben Resten der Kirche und den Fundamenten der benachbarten Lateinschule wurden insgesamt 3126 Gräber ausgegraben, darunter eine Dreifachbestattung, die sich unmittelbar am südlichen Chor fand. In einer großen Grabgrube wurden drei Individuen ausgegraben, die eng zusammen in aufrecht hockender Stellung bestattet worden waren. Nicht nur die Bestattungsweise, auch die Umstände die zum Tod dieser drei Männer geführt haben, weist ihnen einen besonderen Status unter den Bestattungen an der Petrikirche zu. Die schweren Verletzungen, die zum Tod der drei Männer führten, sind auf Waffeneinwirkung zurückzuführen. Die Vermutungen gingen zunächst von im Kampf gefallenen Kriegern aus. Doch die genaue Analyse der Ursachen der Verletzungen weist in eine andere Richtung und führt zu einem Beispiel früher Rechtsgeschichte in der Mark Brandenburg.

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