Sonderführungen

Reisen durch Zeiten und Welten: Archäologische Funde geben einen Einblick in das Leben der Menschen vergangener Zeiten. Jeweils ein spannendes Thema steht im Mittelpunkt der monatlich stattfindenden Sonderführungen und laden zu einer Zeitreise durch die Geschichte Brandenburgs ein.

Achtung: Unsere Sonderführung findet jetzt immer am 3. Dienstag
eines jeden Monats um 11 Uhr statt!

Termin: jeden dritten Dienstag im Monat (außer an Feiertagen)
Uhrzeit: 11.00 Uhr (Dauer i. d. R. 1 h)
Eintritt: regulärer Museumseintritt, keine Führungsgebühr


22.02.2026

Ein passgenauer Neufund – Gussform und Abguss eines bronzenen Radkreuzes aus dem Slawischen Mittelalter

22. Februar 2026, 14.00 Uhr

Lukas Goldmann M.A., BLDAM

Vor etwa 40 Jahren barg man bei archäologischen Ausgrabungen am slawischen Burgwall in Spandau eine Gussform. Mit ihr konnte ein Ring mit einer darin befindlichen Figur, welche als der gekreuzigte Jesus interpretiert wird, hergestellt werden.
Dieses so genannte Spandauer Kreuz gilt als früheste dem Christentum zugerechnete Darstellung in unserer Region. Es wird in das 10. oder 11. nachchristliche Jahrhundert datiert.

Vor Kurzem machte die ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow im Havelland einen überraschenden Fund: Sie barg einen bronzenen Abguss eben jenes Spandauer Kreuzes.
Der Neufund konnte problemlos in die Gussform vom Spandauer Burgwall eingepasst werden. Man darf somit davon ausgehen, dass dieses Artefakt mit der Spandauer Form gefertigt wurde.

Vom 24.01.2026 bis zum 11.03.2026 werden beide Funde im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg zum ersten Mal gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert, bevor sie auch in Berlin zu sehen sein werden.
Lukas Goldmann M.A., Referent für das Slawische Mittelalter am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, wird in seiner Führung neueste Erkenntnisse und Überlegungen zum Spandauer Kreuz vorstellen.
Es werden auch archäologische Spuren und Schriftquellen thematisiert, welche uns Informationen zur heidnischen Glaubenswelt als auch zur Christianisierung der Westslawen liefern können.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 € | Familien 10 € | Kinder unter 10 Jahren frei

Keine Führungsgebühr
Um Anmeldung wird gebeten.
Eine verbindliche Anmeldung von Di bis So jeweils 10 bis 17 Uhr ist unter 03381 / 4104112 möglich.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

07.03.2026

Auf den Spuren der Mönche – Eine Klosterführung

07. März 2026, 11 Uhr – 12.30 Uhr

Dr. Marcus Cante, BLDAM

Diese Führung ist leider schon ausgebucht.

Das Paulikloster, seit 2008 Heimat des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg, ist ein imposanter gotischer Backsteinbau.
Im Jahr 1286 beginnt seine Geschichte mit der Errichtung einer zunächst einschiffigen Kirche. In weiteren Etappen wurde die Kirche als großer dreischiffiger Bau vollendet und um die Klausur mit den Wohn- und Arbeitsbereichen der Mönche sowie Wirtschaftsgebäude und Gartenflächen ergänzt.
Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts währte der Bau des Klosters, in dem Brüder des Dominikanerordens noch bis einige Jahrzehnte nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg lebten und wirkten. In den Flügeln der Klausur befinden sich heute die Ausstellungsbereiche des Archäologischen Landesmuseums.
Trotz späterer Umbauten für neue Nutzungen, Kriegszerstörungen und Wiederaufbau verraten zahlreiche architektonische Details noch das einstige Aussehen der ursprünglichen Konventsräume.
Im Rahmen dieser Führung erschließen Sie sich gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dr. Marcus Cante das einstige Dominikanerkloster mitsamt seiner beeindruckenden Kirche.
Auf den Spuren der Mönche erfahren Sie unter anderem, wo die Brüder einst schliefen, speisten, diskutierten oder ihre kostbaren Bücher verwahrten. Und ganz nebenbei lernen Sie Seiten des Hauses kennen, die den meisten Museumsgästen für gewöhnlich verschlossen bleiben.

Wir bitten um Beachtung: Diese Führung ist nur teilweise barrierefrei.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Um verbindliche Anmeldung wird gebeten
unter 03381 / 410 41 12 Di bis So (jeweils 10 bis 17 Uhr)

Eintritt 5 € | erm. 3,50 € | Familien 10 € | Kinder unter 10 Jahren frei

Keine Führungsgebühr


17.03.2026

Rötel, Brandgrab, Totenkrone – Eine Führung ins Land der Toten

17. März 2026, 11.00 Uhr – 12.00 Uhr

Häufig stoßen Archäolog:innen auf Bestattungen früherer Epochen. Nicht nur die Gebeine der Verstorbenen liefern wichtige Informationen über einstige Lebensumstände, Ernährungsgewohnheiten und mögliche Verletzungen oder Krankheiten.
Auch die Art der Beisetzung, Spuren von Beigaben oder Aspekte des Bestattungsrituals bieten wichtige Einblicke in die Vorstellungswelten der Menschen. Auf unserer Tour durch die Dauerausstellung beschäftigen uns Grabfunde verschiedener Epochen aus dem Land Brandenburg.
Uns begegnen rot gefärbte Bestattungen aus der Zeit der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler. Ebenso fragen wir uns, warum aus dieser Zeit so wenige Gräber bekannt sind. Gab es Beisetzungsformen, die keine archäologischen Spuren hinterlassen haben?
Wir widmen uns auch der Brandgrabsitte, welche sich ab der Bronzezeit durchsetzte, doch vereinzelt auch schon zuvor bekannt war. Natürlich werfen wir auch einen Blick auf die Beigaben, die man zu verschiedenen Zeiten für die Verstorbenen auswählte.
Schließlich erfahren wir, wo man im Mittelalter Friedhöfe anlegte und warum in der Neuzeit jung verblichene Menschen zuweilen mit einem prächtigen Kopfschmuck ihre letzte Reise antraten.

Kosten: Eintritt 5 € | erm. 3,50 € | Familien 10 € | Kinder unter 10 Jahren frei

Keine Führungsgebühr