Sonderführungen

Reisen durch Zeiten und Welten: Archäologische Funde geben einen Einblick in das Leben der Menschen vergangener Zeiten. Jeweils ein spannendes Thema steht im Mittelpunkt der monatlich stattfindenden Sonderführungen und laden zu einer Zeitreise durch die Geschichte Brandenburgs ein.

Termin: jeden letzten Sonntag im Monat (außer an Feiertagen)
Uhrzeit: 15.00 Uhr (Dauer i. d. R. 1 h)
Eintritt: regulärer Museumseintritt, keine Führungsgebühr



Von Siedlern, Bauern und Totenhütten. Die Jungsteinzeit in Brandenburg.

So, 28. Oktober 2018, 15.00 Uhr

Die Jungsteinzeit, auch als Neolithikum bezeichnet, ist der letzte Abschnitt der Steinzeit, der in unseren Breitengraden ungefähr in die Zeit von 4000 – 2200 v.Chr. zu datieren ist. In das Neolithikum fallen einschneidende Entwicklungen, die das menschliche Leben bis auf den heutigen Tag beeinflussen. Der Mensch ging während der Jungsteinzeit dazu über, sein Dasein als Jäger und Sammler aufzugeben und sesshaft zu werden. Vollkommen neue Arbeitsbereiche und bisher unbekannte Lebenswelten eröffneten sich. So lernte der Mensch, Getreide anzubauen, Tiere zu halten und zu züchten, aber auch Häuser und Brunnen zu bauen oder Keramiken herzustellen. Die Jungsteinzeit ist auch die Epoche der Großsteingräber und weniger bekannten Kreisgrabenanlagen – beides Zeugnisse kollektiver Bauvorhaben und komplexer Glaubensvorstellungen der Neolithiker. Begeben wir uns auf dieser Führung durch die Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg in die hochdynamische Zeit der Jungsteinzeit.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr


Expertenführung: Archäozoologie und Archäobotanik

So, 11. November 2018, 15.00 Uhr

Nicht nur Scherben werden bei archäologischen Ausgrabungen geborgen. Häufig findet man auch Überreste von Tieren und Pflanzen. Die Untersuchung dieser Funde übernehmen Archäozoologen und Archäobotaniker. Im Ergebnis erfahren wir viel über die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten unserer Vorfahren, zu Jagd und Sammlertätigkeit, Viehzucht und Ackerbau. Bei den zoologischen Resten handelt es sich in erster Linie um Knochen, Horn und Geweih, bei den Pflanzenfunden um Samen, Pollen und Holz. Aber auch Pflanzenfasern, Schneckengehäuse und Vogelfedern können bei archäologischen Ausgrabungen zu Tage treten. Ihre Zusammensetzung lässt auf die Vegetation sowie Anbaumethoden, Ernährung und Handwerk vergangener Zeit rückschließen. Die Archäozoologin Frau Dr. Susanne Hanik und die Archäobotanikerin Frau Dr. Susanne Jahns werden auf dieser Expertenführung Wissenswertes über ihre Arbeiten vermitteln und ausgewählte Exponate der Dauerausstellung erläutern.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr


Loch im Kopf und Aderlass? Behandlungsmethoden und Medizin von der Vorgeschichte bis zur Neuzeit.

So, 25. November 2018, 15.00 Uhr

Werden wir heute krank, gehen wir zum Arzt oder kurieren uns mit Mitteln aus der Apotheke. Doch wie heilten die Menschen in vergangenen Zeiten einfache Blessuren oder ernsthafte Erkrankungen? Bei archäologischen Untersuchungen sind Funde von medizinischem Gerät und Spuren von Heilpflanzen und Arzneien eine Seltenheit, aber es gibt sie. Auch Schriftquellen verraten vor allem für das Mittelalter und die Neuzeit Aufschlussreiches über die Behandlung von Krankheiten und den Umgang mit Erkrankten. Aussagekräftig sind auch menschliche Skelette, die viel über den Gesundheitszustand eines Individuums verraten können. Besonders für frühe, noch schriftlose Gesellschaften liefern Knochen wichtige Informationen. So wissen wir, dass man bereits in der Jungsteinzeit Trepanationen durchführte, bei denen der menschliche Schädel geöffnet wurde. Eine Führung durch die Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums auf den Spuren von Heilkunst und früher Medizin.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr


Expertenführung: Restaurierung

So, 9. Dezember 2018, 15.00 Uhr

Artefakte, die lange Zeit in der Erde, in geschlossenen Räumen oder in feuchtem Milieu überdauert haben, gelangen nach ihrer Bergung meist in die Hände von Restauratoren. Diese Spezialisten reinigen und restaurieren die Objekte und helfen so, diese auch für die Zukunft zu erhalten. Um das zu gewährleisten, muss ein Restaurator um die Eigenschaften verschiedener Materialien wissen und den Blick für das berühmte Detail haben. In einem Museum gehört es auch zu den Aufgaben des Restaurators, Objekte für eine ansprechende und informative Präsentation vorzubereiten. Die Ausstellungsbedingungen müssen hierbei jedoch gewährleisten, dass die Stücke keinen Schaden nehmen. Welche Temperatur, welche Lichtintensität oder welche Luftfeuchtigkeit sind für verschiedene Materialien eigentlich zulässig? Und worin besteht der Unterschied zwischen Konservierung und Restaurierung? Thomas Mattern, der Restaurator des Hauses, wird diese und andere interessante Fragen zu seinem Berufsbild auf seiner Expertenführung in der Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg beantworten.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr


Vom Bastschuh zur Trippe. Bekleidungssitten im Wandel der Jahrtausende.

So, 16. Dezember 2018, 15.00 Uhr

Kleidung schützt den Menschen seit jeher vor Witterungseinflüssen und sagt gleichzeitig viel über Herkunft, Geschlecht und soziale Stellung des Trägers oder der Trägerin aus. Nicht zuletzt Modegeschmack und Schönheitsideal einer jeweiligen Epoche werden anhand des äußeren Erscheinungsbildes greifbar. Auch wenn sich Leinen, Wolle oder Leder nur selten im Boden erhalten haben, gibt es eben doch immer wieder spektakuläre Funde von Kleidungsstücken oder deren Fragmenten. Häufiger hingegen stößt der Archäologe auf Schmuck und Accessoires, die - je nach Epoche - aus Knochen, Geweih, Metall oder Glas hergestellt sein konnten. Auf dieser Führung durch die Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg widmen wir uns ganz dem modischen Geschmack unserer Vorfahren.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr


Weihnachten im Museum: Mit dem Landesarchäologen durch die Dauerausstellung

Di, 27. Dezember 2018, 11.00 und 14.00 Uhr

Kurz vor dem Jahreswechsel lädt der Landesarchäologe und Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums Prof. Dr. Franz Schopper, traditionell zu einer besonderen Führung ein. Der Direktor stellt seine persönlichen Lieblingsfunde vor, erläutert ihre Geschichte, die Umstände ihres Auffindens und ihre Besonderheiten.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
Keine Führungsgebühr

Fund im Fokus

An jedem zweiten Donnerstag im Monat wird komprimiert auf 30 Minuten ein besonderer Fund des Archäologischen Landesmuseums vorgestellt, der historische Kontext wird genauso erläutert wie die Fundumstände und die Bedeutung für die Wissenschaft.

Termin: jeweils am zweiten Donnerstag des Monats
Uhrzeit: 16.00 Uhr (Dauer i. d. R. 30 Minuten)
Eintritt: regulärer Museumseintritt, keine Führungsgebühr



Eine Terrine mit Swastikaverzierung

Do, 8. November 2018 – 16.00 Uhr

Ein Grabfund aus Cammer im Nordwesten Brandenburgs brachteu.a. eine rädchenverzierte Terrine ans Tageslicht. Diese Art von Gefäßen mit schwarzer, glänzend polierter Oberfläche waren in den ersten Jahrhunderten n. Chr. sehr beliebt und begehrt. Im Elbegebiet tragen sie bis in die Zeit 150 n. Chr. in die Oberfläche gerädelte, geometrische Motive. Das Hakenkreuz, ein uraltes Symbol, ist eines davon. Wie fand dieses Zeichen den Weg von Asien nach Europa und was war ursprüngliche Bedeutung, bevor es im 20. Jahrhundert ideologisch vereinnahmt wurde? Lassen Sie sich wieder auf eine weitere Zeitreise durch die Kulturen mitnehmen.

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
keine Führungsgebühr


Spitzkännchen oder „Kaffeekännchen“ – Ein Trankopfer-Gefäß nicht für alle Tage

Do, 13. Dezember 2018 – 16.00 Uhr

In der späten Bronzezeit (700 - 350 v.Chr.) waren die sogenannten Spitzkännchen mit ihren hochgezogenen Henkeln, die charakteristische Gefäßform. Die bis zu 9 cm hohen Gefäße haben ein Fassungsvermögen von etwa 0,1 Liter, der Füllmenge einer Omphaloschale. Eine Schale, die als Synonym den Mittelpunkt und den Nabel des Geschehens darstellte. In drei Viertel der Gräber aus der Zeit lagen die Kännchen in den Schalen. Was hatte es damit auf sich? Welcher Ritus steckte dahinter?

Eintritt 5 € | erm. 3,50 €
keine Führungsgebühr