Vorträge zur Archäologie – Archäologie aktuell

Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Forschung und eine Vorstellung von den interessanten prä-/historischen Hinterlassenschaften zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und Nachbardisziplinen Neues aus ihren Forschungsprojekten präsentieren. Die Geschichte und Archäologie des Landes Brandenburg stehen im Zentrum dieser Vortragsreihe. Es werden aber auch Themen und Forschungsvorhaben vorgestellt, die über Brandenburgs Grenzen hinaus weisen.

Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei


Die germanische Siedlung Wustermark 23 im Landkreis Havelland

Mi, 10. Oktober 2018 – 18.30 Uhr
Paul Fischer-Schröter

Im Zuge der Errichtung des GVZ Wustermark wurden in den Jahren 1998/1999 und 2004 vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege Ausgrabungen auf einem 3,2 ha großen Areal in der Gemarkung Wustermark durchgeführt. Im Zuge eines Promotionsprojektes sind diese Untersuchungen vollständig ausgewertet und in einen größeren Kontext eingehängt worden. Mit der Auswertung des Fundplatzes Wustermark 23 liegt mittlerweile die dritte umfangreich gegrabene Siedlung der Kaiser- und Völkerwanderungszeit im Land Brandenburg vor, sodass Aussagen hinsichtlich der Bauweise von Gebäuden und der Siedlungsstruktur getroffen werden können. Der Vortrag wird Einblicke in ausgewählte Bereiche der Siedlung Wustermark 23 geben und auf die archäologischen Untersuchungen vor Ort eingehen.


2500 Jahre Stahl in Brandenburg – Forschungen zu den Anfängen der Eisenverhüttung und -verarbeitung

Mi, 7. November 2018 – 18.30 Uhr
Dr. Markolf Brumlich, FU, Institut für Prähistorische Archäologie

In den vergangenen zehn Jahren waren die Anfänge der bodenständigen Eisenproduktion im Land Brandenburg Gegenstand einer intensiven Forschungsarbeit. Mittels gezielter Prospektionen und Ausgrabungen auf Siedlungsplätzen der vorrömischen Eisenzeit konnten umfassende Erkenntnisse zur Datierung, Kapazität und Technologie der regionalen Eisenverhüttung gewonnen werden. Die archäologischen Untersuchungen wurden nicht nur durch metallurgische Analysen, sondern auch durch eine Reihe von Rennofenversuchen ergänzt, in denen die alte Technologie anschaulich zu neuem Leben erweckt wurde. Dr. Markolf Brumlich forscht seit vielen Jahren zur prähistorischen Eisenverhüttung. Im Rahmen seines Vortrags stellt er die Ergebnisse umfassender Untersuchungen und Studien vor.


Friesack, Stolpe, Vierraden – Die brandenburgischen Hohenzollern und die Burgen ihrer „Feinde“

Mi, 5. Dezember 2018 – 18.30 Uhr
Dr. Christof Krauskopf, BLDAM

Die Hohenzollern übernahmen Anfang des 15. Jahrhunderts zunächst die Verweserschaft, dann die Kurwürde in der Mark Brandenburg. Nach den politischen Wirren des 14. Jahrhunderts trafen sie auf verschiedene Schwierigkeiten, die ihre Herrschaftsübernahme nicht gerade vereinfachten. Ein Aspekt war die Sicherung des Kurfürstentums gegen innere und äußere Gegner, wie etwa die Adelsopposition um die Quitzows oder die Konflikte mit den Herzögen von Pommern um Lehnsrechte, Territorium und feste Plätze. Diese Konflikte manifestieren sich in den erhaltenen Burganlagen Brandenburgs und der Nachbarregionen und können sehr gut an den Bauten und Burgplätzen aufgezeigt werden.