Archäologie Aktuell
Um der Öffentlichkeit einen Einblick in die aktuelle archäologische Forschung und eine Vorstellung von den interessanten prähistorischen Hinterlassenschaften zu geben, bietet das Archäologische Landesmuseum Brandenburg eine Vortragsreihe an, bei der Experten aus Archäologie, Geschichtswissenschaft und Nachbardisziplinen Neues aus ihren Forschungsprojekten präsentieren. Die Geschichte und Archäologie des Landes Brandenburg stehen im Zentrum dieser Vortragsreihe. Es werden aber auch Themen und Forschungsvorhaben vorgestellt, die über Brandenburgs Grenzen hinaus weisen.
Termin: jeden ersten Mittwoch im Monat
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: frei
»Schon was gefunden?« – Ein Frage-und-Antwort-Podcast
Die diesjährigen Europäischen Archäologietage sind für das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum ein willkommener Anlass, sich den Fragen der Interessierten zu stellen.
Was muss ich machen, wenn ich einen vermeintlichen Fund entdecke?
Wie viele Ausgrabungen gibt es im Land Brandenburg jährlich?
Und wer entscheidet, welches Artefakt ins Museum kommt?
Diese und andere Fragen werden in unserer Podcast-Folge zu den Europäischen Archäologietagen beantwortet.
Den Podcast kann man ab dem 18. Juni über folgenden Link hören: https://hyg7ey.podcaster.de
16.04.2026
Von »Türurnen« in der Prignitz und raumgreifenden Merkwürdigkeiten am »Königsgrab« von Seddin
16. April 2026, 19.30 Uhr
Dipl.-Prähist. Jens May, BLDAM
Im Jahr 1888 und somit elf Jahre vor der Entdeckung der Grabkammer des »Königsgrabes« von Seddin wurde einen Kilometer nördlich davon im Wickboldschen Wäldchen ein größerer Grabhügel abgetragen.
Beide Gräber stammen aus dem 9. Jh. v. Chr.. Ihre Grabkammern und Ausstattungen ähneln einander. Im »Königsgrab« wurde eine bronzene Amphore als Urne verwendet. Im Grabhügel Seddin-Wickbold 1(1888) hingegen eine Urne aus Ton mit einer türartigen O?ffnung.
Dieses Gefäß wurde 1888 undokumentiert zerschlagen und ging verloren. Seither geistert es als die »Hausurne« von Seddin durch die Fachliteratur.
Bei den Ausgrabungen im Rahmen des Exzellenzclusters TOPOI konnten 2017–2018 wenige Überreste genau dieses Gefäßes geborgen werden. In jahrelanger Sisyphusarbeit wurde die Form des Gefäßes in Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen rekonstruiert. Die Ergebnisse sind mehr als überraschend. Aus Seddin liegt nun eine der größten Türurnen Europas vor. Das Gefäß hebt sich deutlich von den übrigen Türurnen der Prignitz ab.
Details in Form und Dekor dokumentieren die weitreichenden Verbindungen der »Herren von Seddin« von Skandinavien bis Mittelitalien. Auf immaterielle Verbindungen und auf den Transfer von Ideen deuten wahrscheinlich auch die Ergebnisse metrologischer Untersuchungen am »Königsgrab« und an der »Steingrubenreihe« in Seddin hin.
Beide Strukturen können im Modell durch einen rechten Winkel sinnvoll miteinander verbunden werden. In diesem Zusammenhang treten immer wieder gleiche Entfernungen auf, die auf ein festes Streckenmaß in Seddin hindeuten. Es ist überraschend, dass auch die »Steingrube« innerhalb der kürzlich freigelegten »Halle des Königs« mit beachtlicher Genauigkeit in dieses Maßsystem passt. Die Forschungen dazu stehen noch am Anfang. Sie zeigen aber schon jetzt sehr deutlich, dass die »Sepulkralkultur« nicht an den Steinkreisen am Fuße der Grabhügel endet.
Dieser Abendvortrag ist eine öffentliche Veranstaltung und findet im Rahmen der VGFA-Tagung im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg statt.
Eintritt frei
06.05.2026
Bauen am Gotthardtkirchplatz 3 – eine abenteuerliche Geschichte
6. Mai 2026, 18.30 Uhr
Stefan Dalitz, Stadtarchäologie Brandenburg an der Havel
Die Untere Denkmalschutzbeho?rde hat für den Verein Sonnensegel e.V. am Gotthardtkirchplatz 3 eine Grabung in 9 Einzelfundamenten durchgeführt. Jede Baugrube wurde in 4 bis 8 einzelnen Planumsebenen untersucht und erbrachte unter der erwarteten neuzeitlichen Baustratigrafie auch unerwartete Befunde von der Bronzezeit, durch das slawische und deutsche Mittelalter, bis in die Zeit des 30jährigen Krieges.
So wurden spannende Befunde des mittelalterlichen Friedhofes der um 1147 errichteten Gotthardtkirche, der abweichenden Baustrukturen des Mittelalters und der frühen Neuzeit, bis zu einem kleinen, aber interessanten Münzschatz aufgedeckt. Außerdem konnten zahlreiche Funde als Hinweise auf die Tätigkeiten eines Buntmetall, Blei und Butzenglas verarbeitenden Handwerkers gesichert werden.
Welche Bedeutung die Beobachtungen für die Stadtgeschichte haben, wird anhand der Grabungsergebnisse in Zusammenhänge gebracht.
Eintritt frei





























































































